Autoantrieb der Zukunft: Ist die Brennstoffzelle besser als der Akku?

Klar ist, dass es mit Diesel und Benzin auf die Dauer nicht weiter gehen kann. Das liegt nicht nur daran, weil durch ihre Förderung, Produktion und Nutzung Treibhausgase und andere Schadstoffe ausgestoßen werden, sondern auch weil die Erdölreserven nicht unbegrenzt sind. Irgendwann werden sie aufgebraucht sein und schon vorher werdem sie teurer werden. Zwar konnte mithilfe neuer Fördermethoden wie Fracking eine Verknappung der Erdölfördermenge vorerst verhindert werden. Aber die Gesamtmenge an Erdöl wird dadurch natürlich nicht steigen. Zudem zerstören die neuen Fördermethoden viel stärker die Natur als die bisher genutzten.

Aber was sind denn die Alternativen zu Diesel und Benzin? Wenn man sich den Automarkt anschaut scheint dies zurzeit das E-Auto mit Batterieantrieb zu sein. Die nötigen Ladesäulen werden zurzeit überall in Deutschland aufgestellt; dazu gibt es auch extra Parkplätze nur für E-Autos. Gleichzeitig ist man nicht zwangsläufig auf die Ladesäule angewiesen; man kann sein E-Auto auch an jeder Steckdose aufladen. Darüber hinaus sind Elektromotoren wesentlich leiser als Verbrenner, was gerade in Großstädten von Vorteil ist und ein Elektroantrieb ist auch weniger komplex und damit leichter zu warten.

Gleichwohl gibt es bei der E-Mobilität auch Nachteile. So braucht man für die üblichen Reichweiten entsprechend große Akkus. Diese bestehen zum großen Teil aus Lithium, welches erst in einem aufwendigen Prozess gewonnen werden muss. In der Natur kommt es nämlich nicht in Reinform vor, sondern nur in Verbindung mit Salzen. Um das Lithium daraus zu extrahieren, braucht man sehr viel Wasser. Gleichzeitig gibt es nur wenige Abbaugebiete die oft in Wüsten liegen, wo Wasser ohnehin schon knapp ist. (Dirk Steffens berichtet in der Doku „Die Wahrheit über Lithium“ über die Fakten zum Lithiumabbau.)

Daneben gibt es noch weitere Nachteile. So sinkt die Leistung der Akkus bei kaltem Wetter, da das Elektrolyt dann zähflüssig wird. Dementsprechend muss man also die Akkus zusätzlich wärmen was wiederum Energie kostet. Die Tatsache, dass man ein E-Auto praktisch an jeder Steckdose aufladen kann wird dadurch wettgemacht, dass diese an einem Stromnetz hängen. Wenn nun viele Leute gleichzeitig ihre E-Autos aufladen wird das Stromnetz überlastet, was die Ladezeiten verlängert. Im Extremfall kann das Stromnetz auch ganz zusammenbrechen.

Das spricht dann natürlich eher für die Brennstoffzelle. In einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser verbunden. Die dadurch freiwerdende Energie wird in Strom umgewandelt, welcher einen Elektromotor antreibt. Man hat also im Prinzip die gleichen Vorteile wie beim Elektroauto. Im Gegensatz zum reinen Elektroantrieb mit Akkus kann Wasserstoff unabhängig von der Außentemperatur eingesetzt werden. Den Energieverlust aus dem Pufferakku zwischen Brennstoffzelle und Elektromotor kann man praktisch vernachlässigen. Wasserstoff kann wiederum komplett ökologisch gefördert werden; mithilfe von Elektrolyse. Dazu wird Strom durch das Wasser geleitet welches sich dadurch in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Für die Elektrolyse wird wiederum Strom eingesetzt, welcher aus erneuerbaren Energie stammt. So wird Elektrolyse bereits eingesetzt, um überschüssigen Strom z. B. aus Windenergie zu speichern.

Allerdings hat auch die Brennstoffzelle Nachteile. So ist sie weniger effizient als ein Akku. Außerdem enthalten Brennstoffzellen Platin als Katalysator, ein Metall das ähnlich schwierig zu fördern ist wie Lithium. Dieses wiederum ist auch im Pufferakku eines Brennstoffzellenautos enthalten. Dieser ist zwar wesentlich kleiner als bei einem reinen E-Auto, aber dennoch bleibt die Notwendigkeit Lithium zu fördern. Außerdem ist Wasserstoff sehr flüchtig. Dementsprechend braucht man sehr hochwertige Tanks um es lagern zu können.

Was von beiden ist also nun die Zukunft? Die folgenden Videos sollen Aufschluss darüber geben:

„Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus?“ von und mit Harald Lesch

„Ein paar Worte über Wasserstoff – Brennstoffzelle statt Elektroauto? Was ist die Zukunft?“ von Jens vom YouTube-Kanal „Move Electric“

Ist die Brennstoffzelle die Zukunft? Der Wasserstoff-Roadtrip: Bloch erklärt #39 |auto motor & sport

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Comments

  1. Ist Wasserstoff die Allzweckwaffe für die Energiewende? | Autor: Jannis Carmesin – Fridays for Future Eutin

    […] Genau darüber klärt der folgende Artikel und die darin enthaltenen Videos von „Quarks“ auf. Klar ist: Eine Allzweckwaffe ist Wasserstoff keinesweg, aber dennoch steckt in ihm tatsächlich ein großes Entwicklungspotential. Fakt ist auch: Beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft geht es um weit mehr als nur um Brennstoffzellenautos. […]

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